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„Der Suchende nach dem Weg“

verfasst am 21.08.2018 von Svenja Rainer, Peter Hörantner

Das alljährliche Trainingslager (Natsu no Gasshuku) war wie immer eines der Highlights unserer Karatesaison. Neben der Motivation ein paar weitere Schritte auf dem traditionellen Karate-Do (Weg) zu gehen, wie es uns unser verstorbener Bundestrainer Kawasoe shihan vorgelebt hatte, war auch die ihm zu verdankende, familiäre Gemeinschaft des ganzen Österreichischen Verbandes wieder spürbar.

Einer der großen Schritte auf dem Karate-Do ist die Dan(Schwarzgurt)-Prüfung, welche nach jahrelangem Trainieren von Technik, Körper und Geist absolviert werden kann. Bis dahin sind die Fußstapfen der Vorgänger klar sichtbar, danach verschwimmen diese und es beginnt die Suche nach dem eigenen Weg, welcher auch gemeinschaftlich beschritten werden kann. Wie das Trainingswochenende und die letzten Momente vor diesem großen Schritt für einen Dan-Prüfling selbst aussahen, beschreiben folgende Worte:

»Aus der Sicht eines Dan-Prüflings kann ich nur eines sagen: Es war für mich bis dato eines der emotionalsten Gasshuku. Natürlich hat man diese besondere Befangenheit nur einmal im Leben und eines könnt ihr mir glauben, die Intensität und Nervosität war bei jeder Trainingseinheit allgegenwärtig. Bereits am ersten Trainingstag mit Yasuyuki Aragane shihan (Japan bzw. Irland) und Akio Nagai shihan (Bundestrainer in Deutschland) konnte man an den Gesichtern der Kollegen links und rechts, die Anspannung und Fokussierung sehen und jeder war heiß darauf, dass es endlich losging.«
(Anm.: Die Dan-Prüflinge stehen bei allen Trainingseinheiten in der ersten Reihe, um von den Trainern gesehen zu werden.)

»Der nächste Tag hielt dann eine Überraschung bereit. Von 3. bis 1. Kyu lehrte uns Rikuta Koga shihan (Bundestrainer der Schweiz) noch einmal die Traditionen und Geschichte des Shotokan Karate. Das war wirklich sehr beeindruckend. Diese Lehrstunden eines japanischen Meisters erlebt man nicht alle Tage.«

»Was den Samstag, unseren Prüfungstag angeht, kann ich über die Trainingseinheiten nicht mehr viel schreiben. Jahr für Jahr sitzt man auf der Tribüne und verfolgt die Prüfungen, aber als Betroffener ist es etwas ganz anderes. Eine Dan-Prüfung ist so viel mehr. Dieser Gürtel verkörpert jahrelanges Training, Verletzungen, Respekt, Freunde und tiefst verbundene Dankbarkeit gegenüber unserem Bundestrainer Kawasoe shihan sowie gegenüber den Dojo-Leitern und Trainern. Alles gebündelt ging es mit dem ersten yoi (Bereitschaftsstellung vor jeder Übung) los. Jeder Einzelne ging an seine Grenzen und gab sein Bestes. Ebenso beeindruckend waren die Prüfungen von nidan (2. Schwarzgurt) bis zum imponierenden rokudan (6. Schwarzgurt).«

»Der Sonntag war noch um einen Tick anstrengender als sonst, nachdem die Prüfungen in ihrer Gesamtheit die (allseits bekannten) Spuren hinterließen.«

»Alle, die es 2018 nicht aufs Gasshuku geschafft haben, sollten es sich 2019 dick im Kalender anstreichen!«

Wir gratulieren allen Dan- und Kyu-Anwärtern zu den ausnahmslos bestandenen Prüfungen 2018 und freuen uns auf die nächste Zusammenkunft, wenn wir unsere Wege wieder für ein paar Schritte gemeinsam suchen können.
Oss.

Weiterführende Links

Bunkai Kata Unsu von Patrick Jaffré für die Prüfung zum 6. Dan.