Gasshuku 2025 Oberwart
verfasst am 18.08.2025 von Anna und Lisa Seyr
Auch dieses Jahr fand das Sommerlager wieder in Oberwart statt, begleitet von zwei hochkarätigen japanischen Trainern: Rikuta Koga shihan und Fumitoshi Kanazawa sensei.
Die ungewöhnlich kühlen Temperaturen sorgten dafür, dass die Therme dem Freibad vorgezogen wurde – zum Training allerdings passte das Wetter perfekt. Geboten wurde eine abwechslungsreiche Mischung aus Kihon (Grundschule), Kata (Form) und Kumite (Partnerübungen). Unsere japanischen Trainer präsentierten anspruchsvolle Übungen, die nicht nur technisches Können, sondern auch Konzentration forderten. Für die Unterstufe bedeutete das teils echte Herausforderungen, aber auch die Oberstufe wurde ordentlich gefordert. Dabei gab es so manchen Aha-Moment.
Ein solcher Moment war, als Koga shihan plötzlich seinen Gürtel vom Körper riss, um eindrucksvoll zu demonstrieren, wie man ihn korrekt bindet. Wer sich direkt angesprochen fühlen sollte, blieb offen – die Botschaft kam aber bei allen an. Generell stand das diesjährige Lager unter dem Motto: bereits Gelerntes wiederholen, vertiefen und perfektionieren.
Für auflockernde Pausen sorgten Erklärungen und Anekdoten. So erzählte uns Koga shihan etwa, woher der Name Shotokan Karate stammt: Das Wort setzt sich aus "sho" (Pinie), "to" (Welle) und "kan" (Haus/Halle) zusammen. Shotokan bezeichnet somit das „Haus des Pinienrauschens“ – eine poetische Umschreibung für das erste Dojo, das gegründet wurde. Auch berichtete Koga voller Stolz, dass er mit seinen 162 cm nicht immer der Kleinste ist.
Am Donnerstag gab es ein bestens organisiertes Buffet in Oberwart. Und am Freitag nach dem Training richtete das Nationalteam einen geselligen Abend aus – mit leckerem Essen, guter Unterhaltung und einer spektakulären Feuershow, die das Publikum begeisterte.
Ein weiteres Highlight waren die Dan-Prüfungen am Samstag, die diesmal etwas früher am Nachmittag stattfanden. Die Prüflinge überzeugten mit souveränem Auftreten, Präzision und Kime (Spannung, Kraft), unterstützt von kraftvollen Kiais (Kampfschrei), die die Halle erbeben ließen.
Danach wurde in der Karate-Disco ordentlich gefeiert und die Beziehungen außerhalb der Halle gepflegt. Ein wichtiger Aspekt von Karate Do ist neben dem Training auch der Umgang mit anderen Menschen. Der Zusammenhalt und das gemeinsame Erleben sind entscheidend. Auch in den Bussen herrschte ausgelassene Stimmung – in manchen wurde sogar lautstark mitgesungen, natürlich ganz im Sinne der Gemeinschaft.
Am Sonntag startete der Tag mit einem Training bei Fumitoshi sensei, in dem die Schwierigkeit schrittweise gesteigert wurde. Zum Abschluss fanden die Farbgurtprüfungen statt, bei denen zahlreiche Karateka aus ganz Österreich ihr Können unter Beweis stellten.
Insgesamt war es ein lehrreiches, forderndes und zugleich unvergessliches Sommerlager, das wie im Flug verging. Herzliche Gratulation an alle erfolgreichen Prüflinge – und ein großes Dankeschön an die Organisator:innen, Helfer:innen und Mitglieder der technischen Kommission, die zu diesem gelungenen Sommerlager beigetragen haben! Wir freuen uns bereits auf nächstes Jahr! Oss!