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Kokyū – ein wichtiges Prinzip im Karate-do – Tanaka Sensei zwei Wochen in Österreich

verfasst am 16.12.2025 von Oliver Nagler

Kokyu, die Atmung, war dieses Jahr ein zentraler, vertiefender Bestandteil der Trainingsinhalte von Shinji Tanaka sensei, 7. Dan aus dem Honbu Dojo Tokio während seines 2-wöchigen Aufenthaltes in Österreich.

Wobei Ko für Ausatmung und Kyu für die Einatmung steht. Eine Variante davon ist z. B. während bestimmter Techniken 2 Sekunden einzuatmen und für 4 Sekunden auszuatmen. Vorgezeigt wurde diese Variante von ihm unter anderem beim Beginn der Kata (Formen) Heian Yondan.

Tanaka sensei betonte auch, dass die Atmung nicht nur ein zentraler Aspekt des Trainings während der Ausführungen der Techniken sein sollte.

Atmung, erklärte er, ist auch für ein erfülltes Leben wichtig.

Bewusstes, konzentriertes Atmen unterstützt dabei, Gedanken zu harmonisieren – bzw. schlechte Gedanken zu verhindern.

In den 14 Tagen seines Aufenthaltes hielt Tanaka sensei täglich intensive Trainings in unterschiedlichen Dojos ab. Der Start war, wie die Jahre zuvor auch, in Wien, Burgenland und der Steiermark. Nach dem Bundeslehrgang mit fast 200 Teilnehmern in Braunau ging es dann im Raum Salzburg und Oberösterreich weiter.

Zum Abschluss hatte man noch die Möglichkeit, an einem Tageslehrgang in Haag am Hausruck teilzunehmen – dieser war wie auch die Jahre zuvor sehr gut besucht, so dass die Halle beinahe zu klein wurde –, bevor der Aufenthalt von Tanaka sensei am Sonntag bei einem speziellen Dan-Lehrgang mit dem Schwerpunkt Kata und Bunkai (Anwendung der Kata) zu Ende ging.

Wesentliche Lehrinhalte von Tanaka sensei waren dieses Jahr unter anderem:

  • Jiyu Ippon Kumite (Angriff mit angesagter Technik): neben den korrekten Techniken achtete Tanaka sensei sehr auf die konzentrierte Ausführung von Wachsamkeit nach Beendigung der Technik (Zanshin)
  • Vielfältige Kihon (Grundschule): Übungen mit Stellungstraining (intensiver Wechsel der Stellungen). Betont wurde von Tanaka sensei auch immer die zentrale Bedeutung der Hüfte bei der Ausführung der Techniken.
  • Kata-Training: Der korrekte Beginn und das korrekte Beenden der Kata sowie die Einhaltung und ein Verständnis von Embusen (Schrittmuster) waren wichtige Bestandteile der Lehreinheiten von Tanaka sensei. Auch zeigte er immer wieder gleichwertige Techniken in unterschiedlichen Katas. Diese Techniken sind teilweise leicht abgeändert, haben aber eine ähnliche Bedeutung in der Anwendung.
    Aus dem vielfältigen Kata-Training dieser Tage, kann man die vertiefenden Schwerpunkte der Kata Hangetsu für die Oberstufe hervorheben. Genauer gesagt das Timing zwischen Stellung, Technik und Atmung, dem bereits genannten Kokyu.

Wenn Tanaka sensei selbst die Techniken vorführt, merkt man, wie viele Aspekte in diesen Techniken enthalten sind. Atmung, Körperhaltung, Körperbewegung, Fokus, Timing, Aufmerksamkeit, etc. etc. etc. Diese Liste könnte man endlos fortsetzen.

Am Ende dieser kurzen Rückschau bleibt uns als Mitglieder des Verbandes für traditionelles Shotokan Karate-do noch die Vorfreude, Tanaka sensei im nächsten Jahr wiederzusehen.

Ein herzliches Dankeschön an den Vorstand und die technische Kommission, die uns diese Trainingseinheiten mit solch herausragenden Persönlichkeiten durch ihr Engagement ermöglichen. So werden wir in Gedenken an Norio Kawasoe shihan, der durch seinen unermüdlichen Einsatz den Grundstein geschaffen hat, diesen wunderbaren Weg weiterverfolgen.