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Herbstlehrgang mit Shodanprüfung 2021

verfasst am 09.11.2021 von Benjamin P. und Svenja Rainer

Nach pandemiebedingter langer Pause konnte am 06. und 07. November 2021 nun endlich wieder ein Bundeslehrgang mit internationaler Beteiligung in der HBLW in Ried im Innkreis/OÖ stattfinden. Die rege Teilnahme von 99 motivierten Karateka, welche die teils lange Anreise zum Training auf sich genommen haben, um den Expertisen von Akio Nagai shihan, 9. Dan und Shinji Tanaka sensei, 7. Dan zu lauschen, zeigt, wie dringend ersehnt ein gemeinsames Ertüchtigen und Schwitzen war. Trotz der unzähligen Online-Seminare bestätigt sich auch hier, dass es dann doch etwas ganz Anderes ist, den Trainingspartnern in die Augen schauen und gemeinsam die brennenden Oberschenkel spüren zu können.

Trotz der schwierigen Lage in Bezug auf die nun leider wieder steigende Verbreitung des Coronavirus, war es gelungen den Lehrgang durch Einlass-, Impf- und Testkontrollen unter möglichst geringem Risiko abzuhalten. An dieser Stelle ist auch ein Dank an die Verbandsverantwortlichen auszusprechen, zumal die Organisation einer solchen Veranstaltung in jetzigen Zeiten weit über das übliche Maß hinausgeht. Wir alle haben ein Bedürfnis nach gemeinsamem Training, trotzdem sollte auch der Gedanke, dass der Verband eine große Verantwortung für seine Mitglieder hat, immer im Hinterkopf behalten bleiben.

Am Samstag startete das Training schließlich um 14:00 Uhr, wobei in der ersten Einheit für alle Graduierungen ein Kihon-Training (Anm. „Grundlagen“) durch Tanaka sensei unter den aufmerksamen Blicken von Nagai shihan durchgeführt wurde. Hier wurde einmal mehr in Erinnerung gerufen, dass das perfekte Erlernen der Grundtechniken für alle Karatebegeisterten, beginnend beim 9. Kyu bis hin zu den höchsten Dan-Graduierungen das Um und Auf für alle weiteren Übungen darstellt. Die gelernten Grundtechniken wurden schließlich noch in Partnerübungen verpackt.

In der zweiten Einheit des Samstag-Trainings gab es schließlich eine Gruppenteilung, wobei auf die speziellen Bedürfnisse und Ausbildungsschwerpunkte der unterschiedlichen Graduierungsgrade eingegangen wurde. In der Gruppe der Braungurtträger stand schließlich auch eine Vorbereitung auf die bevorstehende Dan-Prüfung auf dem Programm.

Weil die reguläre Prüfungsmöglichkeit beim jährlichen Sommer-Gasshuku (Anm. Trainingslager) letztes Jahr coronabedingt ausblieb, beschloss der Verband eine außertourliche Möglichkeit für die bereits vorbereiteten Prüflinge am Herbstlehrgang zu gewähren. Um Punkt 17:45 Uhr begannen die Prüfungen für die Dan-Anwärter – sechs an der Zahl. Nach schweißtreibender Vorführung der Prüfungsinhalte, beginnend bei Kihon, über Kime empitsu (Anm. das zielgerichtete Treffen eines Bleistiftes) und Kata (Anm. Form) bis hin zum abschließenden Jiyu ippon kumite und Jiyu Kumite (Anm. geregelter und freier Kampf), wurde allen sechs Anwärtern die Ehre zuteil die Shodan-Graduierung von Nagai shihan und Tanaka sensei überreicht zu bekommen.

Nach Abschluss des Trainings und der Prüfung begaben sich die Karatebegeisterten zum Weberbräu in der Rieder Weberzeile, um den gemütlichen Teil zu genießen. Nach reichhaltig Speis und Trank präsentierte Armin Paar den (diesmal auch coronageprägten) ZWEI-Jahresrückblick der SKIAF. Er erläuterte wie die seit 45 Jahren bestehende SKIAF durch die starke Grundlage, gebildet von Kawasoe shihan, noch immer stark bleiben kann. Gerade in den aktuell schweren Zeiten bewiesen dies alle Anwesenden am Lehrgang und beim Zusammensitzen. Die Krönung der Präsentation bildete die traditionelle Fotoshow mit den Highlights der vergangenen Monate. Hier bekam man nicht wie gewohnt große Hallen und Gruppen an Trainierenden zu sehen, sondern diesmal präsentierten sich die SKIAF-Mitglieder in wesentlich privaterer Atmosphäre als Highlights der Ära der Online-Trainings. So lernte man einige Wohnzimmer und Küchen kennen und auch Haushaltstätigkeiten wurden in Zeiten von Pandemie und Lockdown scheinbar gerne im Karatedo-Gi ausgeführt. Man erinnere sich an den viel zu klein wirkenden Staubsauger in den riesigen Pranken von Willi Pollheimer. Auch Nagai shihan und Tanaka sensei beehrten uns an diesem Abend mit ihrer Anwesenheit, um die sozialen Etappen unserer gemeinsamen Karatezusammengehörigkeit hochleben zu lassen.

Am Sonntag wurde dann von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr ein intensives Training, beginnend mit Partnerübungen und einer späteren Gruppenteilung für Kata-Training abgehalten. Hier durften die Shodan-Neulinge erstmals die Luft des Schwarzgurttrainings schnuppern, wobei schnell klar wurde, dass man erst am Anfang eines langen Weges der Weiterentwicklung steht. So durften wir den nahezu perfekten Ausführungen der Kata Sochin („Stärke und Ruhe“) folgen, die von Tanaka sensei in jeden einzelnen Bewegungsablauf zerlegt wurde.

Den Abschluss des Lehrganges bildeten die Kyu-Gürtelprüfungen (Anm. Farbgurt), die von allen 26 Kandidaten erfolgreich bestanden wurden. So hoffen wir, dass es auch weiterhin möglich sein wird, nationale und internationale Trainings abzuhalten, damit wir, um es mit den Worten von Andreas Brodinger zu sagen, nicht von „Trainierenden zu Herumsitzenden“ werden.